Das Theater

Vata i mecht zum Theater

Mundartgedicht zum 10 jährigem Jubiläum Theater Spielraum von Othmar Franke

Da klane Tino steht ganz verlassn
Und druckt sei Naserl an de Theaterscheibn
Obn auf da Kaiserstrassn
Und geht net weg –  will da no bleibn
I glaub es war halba viere
da kummt a nette Frau daher
und sperrt auf die Türe
halts eam auf und sagt drauf : bitte sehr

Da Tino schaut sie groß wohl an
I derf da jetzt hinein?
Nicole sagt drauf mein junger Mann
Bei uns ist willkommen Groß und Klein
Was ist den des lieabe Frau?

Fragt drauf sogleich der Tino
Sagn sas net i was eh ganz genau
Des is a klanes Kino !

Da lächelt freundlich die Nicol
Vü schöner als das oder a da Prater
Bei uns da fühlst du dich gleich wohl
Wir san nämlich einTheater
Da glänzen groß  vom Buam die Augen

In an Theater da isa no nie gwesen
Meine Freund wern mir des niemals glauben
Bis jetzt hama nur davon glesn

Da is des Buffet da –  die Garderobe
Zeigt Nicol dem Buam glei alles her
Wast was wir ham ja eh glei Probe
Bleib da des gfallt da sicher sehr

Au da hats den kleinen Mann a Freude gmacht
A Probe beim Theater!
Das Herz des Kinder fröhlich lacht
Das erzähl i meiner Muatta und a den Vata

Da kummt da Gerhard grad daher
Der war nämlich  nebenan beim Friseur
Schau Bua !  Gerhard hast dieser Herr
und ist da Chef und Ressigeur

Da Gerhard lacht des Büaberl an
Und fragt eam unverblümt
wannst groß bist und a Mann

Wüst zum Theater , gö des stimmt?
Da sagt da Tino ganz verlegen
Liaba Mann und liabe Frau
Des muaß i mir no überlegen

Des was i heute no net genau
Da treffns ein  –  die Stars der Bühne
Zum  Proben von an Stück
Ana da Furchtsame,  ana da Kühne
Ana voll Pech und ane voll Glück

Alles war vertreten  wies so spielt im Leben

Auch wenns nur is auf`d  Brettln oben

Jeder tat sein Bestes geben

Und da Ressigeur da Gerhard tat net immer nur loben

Zehn mal  hams oft das Gleiche sagn müassn in dem Raum

Doch da Tino der harrt aus

Die Probe war für den Buam, a Traum

Und vü zspät is kumma da Klane zaus

D, Muatta hat eam so glei gfragt

Wo bist den du  gewesen?

a wenn er net glei alles gsagt

Sie hats in seinen Augen wohl gelesen

Sagt zum Vata  schau da unser Kind gschwind an

Wie glücklich und zufrieden er tuat

Da fragt a drauf glei da Mann

Bua warum warst so lange du furt?

Da Bua den Kopf zua`d Eltern hebt

Liabe Mutter  liaba Vater

I hab das Schönste heut erlebt

Jetzt was is`s     i wü amal zum Theater!

Zum Theater Spielraum da kenn i mi jetzt aus

Des hab ich erlebt  soeben

Beim Theater Spielraum  da bin i zaus

Das wird einmal mein ganzes Streben

Und die Moral von dieser Gschicht
Trotzt Fernsehen, Kino und hastig Leben
Unterschätz die Bühne nicht
Theater wird es immer geben.

Weitere lustige, traurige, nachdenkliche,spannende

Gedichte kommen bald nach.